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Leben ohne Augenlicht

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Am 31.01.2011 besuchte Frau Scherer die Dr.Heinrich Stromer Grundschule in Auerbach.
Sie erzählte aus ihrem Leben als Blinde. Zur Hilfe hatte sie Frau Bruckner an ihrer Seite.
Stell dir vor, du müsstest deinen Alltag meistern, ohne das Geringste zu sehen.
So geht es Frau Scherer, seit sie 4 1/2Jahre alt ist.


Sie hatte einen Geburtsfehler. Dieser verursachte, dass zu viel Gehirnwasser im Kopf war und das drückte auf die Sehnerven.
Mit ihrem Blindenstock, mit Mobilitätstraining & Alltagsgeräuschen findet sie sich zurecht.
Sie wurde befragt, wie es ist nur schwarz zu sehen: Dabei kann sie sich nicht mal vorstellen wie schwarz aussieht.
Mittlerweile ist sie verheiratet. Ihr Mann ist selbst sehbehindert, kann jedoch schwarze Schrift, Umrandungen & manche Verkehrsschilder lesen. Kinder haben sie keine.

Den Haushalt wie Kochen, Wäsche waschen oder sortieren macht sie zusammen mit ihrem Mann.
Sie hat kleine Hilfen, z.B. einen blauen Füßchen-Sockensortierer oder die Punktschrift auf den Gewürzgläsern.
Sie arbeitet mit ihrer speziellen Computersoftware.
Ihr Computer, ihr Handy,ihre Waage & ihr Taschenrechner können sprechen.

In ihrem Handy sind ihr Einkaufszettel, ihre Adressen & ihr Kalender eingespeichert.
Wenn sie einkaufen geht, ist sie öfters auf die Hilfe von Außenstehenden oder der Verkäufer angewiesen.
Frau Scherer kann weder Auto oder Fahrrad fahren.
Sie hat als Kind Blockflöte & als Jugendliche Gitarre spielen gelernt.
Sie hat uns zum Anschauen auch ein Buch mitgebracht. Es hat 500 Seiten, alles in der Punktschrift ("Braille-Schrift") geschrieben.
Mit der einen Hand & dem Zeigefinger weiß sie in welcher Zeile sie ist, mit der anderen Hand entziffert sie die Schrift.



Nur weil sie blind ist, hat Frau Scherer nicht die Lust an ihren Hobbys vergessen.
Sie hat schon über 10 Lesewettbewerbe gewonnen.
Sie sagt selbst, sie ist nicht krank.
Sie hat früh gelernt, mit ihrem Zustand fertig zu werden.
Es ist schwierig, aber es geht.



Genauso wie wir kann sie schwimmen, Leichtathletik & Geräte turnen.
Natürlich etwas anders als wir, aber das ist egal.
Der Sehnerv ist beschädigt, aber trotzdem fühlt sie in ihren Augen noch was.
Sie verspürt Schmerzen & sie kann natürlich auch weinen.
Was den kleinen Süßen hinter mir interessiert hat: Wie sie eigentlich sicher über die Ampel kommt.
Es gibt extra Ampeln, die piepsen, wenn es grün ist oder welche wo du die Hand drunter halten musst & die bei Grün vibrieren.

Ich finde es einfach nur erstaunlich & atemberaubend, was diese Frau aus ihrem Leben gemacht hat.
Sie hat nicht die Lust am Leben verloren & davor habe ich wirklich höchsten Respekt.
Sie ist so freundlich & geduldig. Deswegen mache ich den Aufruf: Hört auf, behinderte Menschen zu verspotten. Sie können nichts dafür & sind deswegen doch keine schlechten Menschen.



Die Klassen 3b & 4a waren schön leise & anständig.
Am Schluss haben wir uns alle bedankt & für Frau Scherer gab es sogar noch ein kleines Geschenk.
Einen Wein & Süßigkeiten. (:
Frau Scherer, wir danken ihnen sehr für ihren Besuch.



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